Entstehung der neuen Rotwildvolieren.

Im bestehenden Rotwildgehege der Stadt Wunsiedel entsteht momentan eine Großanlage an Volieren, die der Nachzucht von Hühnervögeln dienen soll. Der Grund warum der Bayerische Jagdverband als Bauherr sich dieser Aufgabe angenommen hat, ist der stetige Rückgang von Rebhuhn, Wachtel und Fasen in Deutschland. Die Gründe hierfür sind sehr unterschiedlich. In einigen Landkreisen kommen diese Arten noch in überdurchschnittlichen Dichten vor, in anderen sind Sie bereits nicht mehr zu beobachten. Dort wo die Besatzdichten rückläufig sind, verzichten die Jäger schon seit Jahren komplett auf eine Bejagung und widmen sich ausschließlich der Arterhaltung. Dort wo noch gejagt wird, rechtfertigt der Bestand eine Bejagung. Wie viele Einzeltiere jährlich erlegt werden können, entscheidet einzig und allein der verantwortungsbewusste Revierinhaber im Einklang mit der Natur. Die notwendige Kenntnis über die Bestandsdichte erlangt der Jäger über die Zählung seines Niederwildbesatzes. Dieses Modell hat sich seit Jahrhunderten bewährt und dient neben der Hege der Erhaltung des Niederwildes. Durch unterschiedliche neue landwirtschaftliche Programme wie beispielsweise das „Greening“ aber auch das „KULAP“ ergaben sich die letzten Jahre großartige Möglichkeiten, wie Landwirte, Kommunen und Jäger zusammen den Lebensraum für diese Arten enorm verbessern können. Die Verbesserung eines Niederwildlebensraumes muss immer in der Gesamtheit betrachtet werden. Somit ist der Sommerlebensraum mit Deckung und Nahrung für die Jungvögel, genauso ausschlaggebend, wie der Winterlebensraum der Schutz vor Kälte und Nässe liefern muss.

In der BJV-Niederwildstation werden nach der Fertigstellung im Mai 2017 Rebhühner, Wachteln und Fasane zur Auswilderung nachgezogen. Hierfür stehen zukünftig 12 Volieren zur Verfügung, von denen zwei zur Aufzucht der Jungvögel bis zur Verbringung in die Auswilderungsvolieren dienen. Die Abgabe der Jungvögel erfolgt über ein Auswahlverfahren von Revieren, die sich beim Bayerischen Jagdverband bewerben müssen. Um in die engere Auswahl zu kommen, müssen die Revierinhaber aufwändige Grundvoraussetzungen schaffen, die ein Überleben der Hühnervögel im eigenen Revier gewährleisten. Der umfangreiche Kriterienkatalog beinhaltet auch, dass mindestens drei Jahre nach dem Aussetzen nicht auf die Vögel gejagt werden darf. Das klare Ziel ist, überlebensfähige Besätze zu gründen. Da diese schwierige Aufgabe nur mit genetisch hervorragenden Zuchtvögeln zu meistern ist, wird diese Anlage errichtet und zukünftig betrieben. Um auch der Gesellschaft diese teils scheuen Feldbewohner vorzustellen, wird das Rotwildgehege zukünftig geöffnet, so dass der Besucher direkt in die Volieren blicken kann.